Archiv on air

Nano Non-Stop von New York nach Singapur

17. Juni 2004 18:30
Sender: 3sat

Langstreckenflüge gelten in der Luftfahrt als große Herausforderung. Um Zeit und Geld zu sparen, wählen die Airlines zunehmend die Polarrouten, die noch bis 2002 nicht zu fliegen waren. Der streckenmäßig längste Linienflug, der jemals durchgeführt wurde, dauert 18 Stunden und 25 Minuten und führt 16.603 Kilometer nonstop von New York nach Singapur. Bei der Route, die für Crew und Technik eine enorme Belastung darstellt, geht es über den Nordpol, Sibirien und China.

Das Flugzeug ist mit 181 Passagieren ausgebucht. Hinter solchen Landstreckenflügen steht eine aufwändige Planung. Das "Flight Control Center" der Airline in Singapur hat Stunden vor dem Start jeden Kilometer des Fluges genau berechnet und als Datenpaket ins Flugzeug übertragen. Damit die 169 Tonnen Sprit von SQ 21 auch wirklich bis Singapur reichen, brauchen die Piloten die Unterstützung des Windes. Um zusätzlich Schub zu kriegen, wird der Jetstream, ein starker Höhenwind in elf Kilometern Höhe, genutzt.

Genau sechs Stunden und zwanzig Minuten nach dem Start erreicht die Maschine den Nordpol. Obwohl der nächste Ausweichlandeplatz 1400 Kilometer entfernt in Sibirien liegt, spricht das gute Wetter und das Fehlen von Turbulenzen für die Pol-Route. Solch extreme Langstreckenflüge sind nur mit dem neuen Airbus 340-500 möglich. Das 70 Meter lange Flugzeug schafft den langen Flug durch die Kälte Dank seiner neuentwickelten Triebwerke der britischen Firma Rolls-Royce.

In Singapur gibt es für diese Triebwerke eine spezielle Wartungshalle. Dass der Airbus zwanzig Prozent weniger Sprit verbraucht als vergleichbare Triebwerke, macht diese Flugstrecken erst möglich. Beim ersten, derartig langen Flug, gab es keine Überraschungen und alles lief wie geplant.

taff.spezial - Hart an der Grenze

13. April 2004 18:15 - 16. April 2004 18:15
Sender: Pro 7

„Es gibt nichts, was es nicht gibt. Und was es nicht gibt, werden wir heute noch erleben.“ Das ist das Motto von Peter Lorenz, Robert Spiess und Hubert Reuters. Wie richtig sie damit liegen, zeigt ihre alltägliche Arbeit. Die Zollkommissare gehören zu der Mobilen Kontrollgruppe Aachen und bei ihrer wichtigsten Aufgabe, der Fahndung nach Drogen, Waffen und Falschgeld, erleben sie oft Unglaubliches.

Sie kommen mit dem Bus, der Bahn oder dem Taxi. Sie benutzen das Auto der Mutter oder den Geschäftswagen der Firma, sie verstecken Marihuana in Saftflaschen oder am Körper in der Unterhose: Drogenschmuggler. Jeder von ihnen hat seine eigenen Tricks, das heiße „Zeug“ über die deutsch-niederländische Grenze zu schmuggeln. Die meisten halten sich dabei für besonders schlau, sind sich sicher, nicht erwischt zu werden. Doch haben sie die Rechnung ohne das Team von der Mobilen Kontrollgruppe des Zolls in Aachen gemacht. Die Zöllner kennen fast jeden Trick – fast, denn manchmal erleben auch sie noch Überraschungen, und die sind dann besonders unangenehm.

Unglaublich ist auch das, womit Heinz Georg Dülks und Michael Pitz von der Autobahnpolizei Eschweiler täglich konfrontiert werden. Die Hochgeschwindigkeitsverfolgung ist ihr Job und was sie bei ihren Einsätzen auf der Jagt nach Temposündern und anderen Verkehrsrowdies erleben, treibt jedem normalen Autofahrer den Angstschweiß auf die Stirn.

Es schneit, die Straßen sind spiegelglatt. Dennoch rasen sie mit 180 km/h über die Autobahn, machen waghalsige Spurwechsel oder fahren ohne Sicherheitsabstand, Raser und Drängler in Deutschland. Rücksichtnahme ist für sie ein Fremdwort. Immer wieder verursachen sie schwere Unfälle, bei denen es meist Unschuldige trifft. Im alltäglichen Kampf gegen solche Verkehrsrowdies setzt der Verkehrsdienst der Autobahnpolizei Eschweiler eine ganz besondere Waffe ein: ein über 100 000 teures Hightechfahrzeug im Gewand einer unauffälligen Mercedes-Limousine, das ProViDa-Messfahrzeug.

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